Der Taufstein

Die Tauffünte

In der Kirche steht eine Tauffünte aus Bronze. Ihre Höhe beträgt 90 cm, der Durchmesser am oberen Rand beträgt 68,5 cm, und der Durchmesser des Ringes 57 cm. Auf ihm stehen vier Trägerfiguren. Die Höhe der Trägerfiguren ist 39 cm. Am oberen Rand steht eine Umschrift in gotischen Majuskeln . Sie lautet: „ANNO DN M CCC L’XVIII MEYNE SCULTE + GODEKE WE’SFAL + IURATI ME D’BOIS ECCE HUI DAVERUT +“. Übersetzung: „Im Jahr des Herrn 1368 haben mich die Juraten Meyne, Schulte, Godeke und Westfal von (ihren) Gütern dieser Kirche geschenkt.“ Über dem oberen Rand steht in kleiner gehaltenen Majuskeln: „IOHES HARDE DEDIT BONA SUA HOC OP:“ Übersetzung: „Johannes Harde gab von seinem Gut zu diesem Werk.“ Harde war damals Pastor in Betzendorf.

Der Kessel wird von vier Trägerfiguren gehalten, die auf einem Ring stehen. Drei Figuren tragen den Kessel auf dem Nacken und eine Figur auf der rechten Schulter. Zwei Figuren stützen ihn mit je einer Hand, die anderen Figuren mit beiden Händen. Eine Figur trägt einen Hut, eine andere ein Kopftuch. Die Bedeutung der Figuren ist undeutlich. Wahrscheinlich sind sie von den Stiftern aus einer größeren Anzahl von Modellen ausgesucht worden, ohne dass die Zahl VIER hierbei eine symbolische Bedeutung erhielt.

In der Mitte der Außenwand befinden sich Reliefs mit folgenden Bildern: Maria mit dem Kind, St. Mauritius mit Schild und Speer, an dessen Spitze eine Fahne mit Kreuzeszeichen hängt; St. Peter mit dem Schlüssel; Kreuzigung Jesu. Zwischen diesen Reliefs sieht man fünf Wappen, die u. U. die der Stifter sind. Wir wissen es nicht. Zwischen den Reliefs befinden sich Medaillons mit unterschiedlichen Motiven, die nicht alle identifiziert werden können. Unter ihnen sind zwei Löwenköpfe, die auf die Taufe hinweisen – der Löwe galt im Mittelalter als Symbol für die Auferstehung Jesu.

Am unteren Rand erkennt man eine Reihe von mittelgroßen und kleineren Reliefs und Medaillons mit Durchmessern von 4,6 cm und 8 cm. Einzelbeschreibung: Verkündigung an Maria; Geburt Jesu; Flucht nach Ägypten; Jesus vor dem Hohen Rat; Kreuzigung Jesu und der beiden Verbrecher; Auferstehung Jesu; Jesus mit zwei Jüngern zu Tisch in Emmaus; Himmelfahrt Christi; Christus als Weltenrichter auf dem Himmelsthron.

1639 wurde im Zusammenhang einer Kirchenrenovierung die jetzige TAUFSCHÜSSEL aus Messing für 1 Reichstaler und 8 Schillinge gekauft. Es handelte sich um eine Ersatzbeschaffung, weil schwedische Soldaten die alte Taufschüssel gestohlen hatten. Die Schüssel ist in einen Holzrahmen eingelassen, der eingepasst ist, damit aus dieser Taufschüssel durch Begießen des Kopfes eines Säuglings getauft wird. Wann in dieser Kirche damit begonnen wurde, keine Ganztaufen mehr vorzunehmen, ist unbekannt. Wahrscheinlich geschah das um 1500 wie anderswo auch. - Ob es sich bei den schwarzen Flecken unter dem Kessel um Ruß handelt, ist nicht untersucht worden – ist aber unwahrscheinlich.

Es bleibt zweifelhaft, ob in dem unteren Ring tatsächlich ein Holzkohlenfeuer gebrannt hat, um das Taufwasser zu wärmen. Wahrscheinlicher ist, dass dieser Ring für eine größere Stabilität und Standfestigkeit der Fünte sorgte. Die WASSERKANNE wurde 1981 von der Fa. Stuhlmüller aus Hamburg angefertigt. Sie ist aus Messing und innen verzinnt.